Themenjahr Textilhandwerk im frühen Mittelalter

Der Beginn der Museumssaison am Bajuwarenhof rückt immer näher: Am Sonntag, 26.4.2026 starten wir im Rahmen unserer Eröffnungsfestes von 11-17 Uhr in ein ereignisreiches Jahr. Denn 2026 ist in Kooperation zwischen Bajuwarenhof und AschheiMuseum ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm geplant. Von Mai bis Oktober werden wir uns intensiv dem Thema Textilien und Kleidung im frühen Mittelalter widmen.

Erste Hinweise auf Schnüre und geknüpfte Arbeiten sind bereits in der Steinzeit belegt, zu deren Ende die Menschen auch begannen, gewebte Stoffe anzufertigen. Ab der älteren Eisenzeit (um 800-450 v. Chr.) lassen sich dann komplexe Webmuster, verschiedene Bindungsarten und mit Pflanzenfarben gefärbte Stoffe nachweisen. Im frühen Mittelalter konnten die Menschen also bereits auf eine lange Tradition der Produktion von Textilien und Kleidung zurückblicken. Gleichzeitig veränderten sich Schnitte, bevorzugte Muster und Farben immer wieder. Auch damals war Mode schon ein Thema.

Archäologisch erhalten sind entsprechende Objekte aber nur in Ausnahmefällen. Zum Beispiel in Ägypten in großer Hitze und Trockenheit oder unter Ausschluss von Sauerstoff in den Mooren Südskandinaviens. In Südbayern lassen sich dagegen zumeist nur sehr kleine Fragmente entsprechender Gewebe nachweisen, die in der Regel direkt an oder im Umfeld von Schmuckstücken oder Waffen lagen. Konserviert wurden die Stofffragmente durch die Korrosion dieser oft metallenen Gegenstände. Trotz ihrer zumeist geringen Größe haben neue Forschungs- und Restaurierungsmethoden der letzten Jahre immer mehr Aussagen über Material und Verarbeitungstechniken historischer Textilien ermöglicht.

Diesen Erkenntnissen möchten wir uns in den kommenden Monaten widmen und Ihnen über Vorträge und eine Sonderschau im AschheiMuseum sowie Vorführungen und Workshops zum Mitmachen am Bajuwarenhof Einblicke in die Welt des Textilhandwerks im frühen Mittelalter ermöglichen. Am Bajuwarenhof verfolgen wir dabei im Laufe des Jahres die Entstehung eines Kleidungsstücks von der Aufbereitung der Rohstoffe über Färbetechniken, das Kardieren und Spinnen sowie unterschiedliche Formen des Webens bis zur fertigen Kleidung im Einsatz im Rahmen einer Hofbelebung. Im AschheiMuseum lassen sich parallel dazu im Rahmen einer Sonderschau die archäologischen Quellen im Original bestaunen. Die begleitenden Abendvorträge widmen sich Themen der Restaurierung dieser besonderen Funde und der Bedeutung von Kleidung für uns und unsere Kultur. Ein weiterer Vortrag stellt eine ganz besondere Textiltechnik des frühen Mittelalters vor, bei der feine Goldfäden in das Gewebe eingearbeitet wurden.

Funde Textil

 

 

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